Kutscherblog

dies und das – bunt gemixt


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Von Weihnachtsmännern und Gartenzwergen

Jetzt schießen sie wieder überall aus dem Boden, die deutschen Gartenzwerge. Rote Zipfelmütze mit weißem Rand, tragen sie. Manche auch schon mal eine grüne oder eine blaue, aber rot überwiegt und rot ist schließlich auch die althergebrachte Farbe der Gartenzwergzipfelmützen.
Allerdings sind die Zwerge derzeit inkognito unterwegs, denn rote Zipfelmützen mit weißem Rand tragen ja auch die Weihnachtsmänner. Oder sind es die Weihnachtsmänner, die sich nicht outen wollen und deshalb als Gartenzwerge auftreten? Wer ist denn nun eigentlich wer? Der Gartenzwerg ein Weihnachtsmann oder der Weihnachtsmann ein Gartenzwerg? Das lässt sich momentan schwer unterscheiden, vom Wetter her gesehen tendiere ich zu Gartenzwergen. Aber im Grunde ist es einerlei.

Deutschland, das Land der Gartenzwerge und Weihnachtsmänner – das erklärt irgendwie so einiges


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Gendern ist was für Ältere

Sie sitzt mir gegenüber und erzählt: „Da war eine ältere Frau, die hat sehr gegendert.“ Aha, denke ich, sie hat gegendert, und ich weiß nicht, was das bedeutet. Ich kenne Gender, aber gegendert? Ich bin auch älter, vielleicht liegt es ja daran, dass mir dieses Wort bislang nicht begegnete.
Sie erzählt weiter: „Diese ältere Frau vertrat die Ansicht, dass Lesben in den homosexuellen Netzwerken und Verbänden nicht vorkommen. Dass es immer vor allem um Schwule geht. Wir jungen Frauen“, so fuhr sie fort, „wir brauchen das aber nicht mehr, dass Lesben – oder in heterosexuellen Bezügen Frauen – immer extra erwähnt werden. Denn wir sind damit aufgewachsen, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Man muss Lesben und Frauen nicht mehr dauernd erwähnen.“
Was für eine Logik, denke ich. Aber vielleicht hängt auch das mit dem Ältersein zusammen, dass ich diese Logik nicht verstehe, dass mir dieser Satz sogar das genaue Gegenteil der eigentlichen Aussage aufdrängen will?

Aber im Ernst, ich würde zu gerne einmal herausfinden, ob „Gendern“ wirklich eine Frage des Älterwerdens ist oder nicht vielleicht doch eher des unterschiedlichen politischen Bewusstseins.


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IDA

Überall IDA heute. Wie toll, dass so viele dagegen auf die Straßen gegangen sind. Ja, ist es auch – aber wir sollten über all dem PEGIDA-Gedöns nicht vergessen, wer den Boden dafür bereitet hat. Ausländer*innenfeindliche Politik, Aushöhlung der Asylgesetze ….. seit Jahren betreiben dieses böse Spiel viele der demokratisch legitimierten Politiker*innen. Und auch jetzt meinen manche, PEGIDA rechts überholen zu müssen, um sie auszubremsen.


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Das M-Wort

… Ich frage mich allerdings immer wieder, wen dieses unsägliche M-Wort eigentlich meint. Wann hört der Migrationshintergrund auf und wo beginnt er? Wie viele Generationen müssen es sein und wie viele Kilometer bis zur Grenze? Ist ein Bayer in Hamburg mehr Migrant, als ein Däne? Oder ist es die Berlinerin am Bodensee weniger als die Polin in Berlin? Und wenn schon hier beliebige Grenzen und Definitionen herhalten müssen, wo unterscheiden sich dann noch Flüchtlinge und Migranten_innen? Im Grunde ist die Unterscheidung hinfällig, wer Böses denkt, sieht hier einen weiteren Schritt des Auseinanderdividierens von Menschen, um die herrschenden Machtstrukturen besser aufrechterhalten zu können. Hier die Deutschen, mit ausländischen Wurzeln allerhöchstens vor drei Generationen (diese Rechnung erinnert fatal an die jüngere deutsche Vergangenheit), da die Flüchtlinge aus aller Welt, die man möglichst schnell wieder loswerden will, und dort die Migrant_innen, die man nicht mehr loswerden kann und zu allem Übel oft auch noch braucht. Aber die Grenzen sind fließend. Flüchtlinge sind auch Migrant_innen und Migrant_innen fliehen in den meisten Fällen auch vor irgendetwas. Sei es vor dem Alltag, der Arbeitslosigkeit, der Unmöglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen – es gibt unzählige solcher Gründe. …

(Entnommen: „Jetzt bin ich hier“ – Anthologie mit Texten von Flüchtlingen und anderen Migrant*innen)


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Abgehakt

„Wo ist der Hund?“ So lautet in diesen Tagen die erste Frage, wenn mir jemand begegnet. Wir sind ja auch in den letzten zehn Jahren fast immer zusammen aufgetaucht, manche kennen mich gar nicht ohne.

„Den Hund gibt’s nicht mehr.“ „???“ „Er war krank, sehr krank, es ließ sich nicht mehr länger aufschieben.“ Betroffenes Schweigen, dann: „Schade um ihn, es war doch ein so schöner Hund.“ Aha, denke ich, es ist nur um schöne Hunde schade?  Aber ich sage nichts.

„Und? Gibts bald einen neuen?“

 


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Und wieder brummt der Rasenmäher

Es ist Sommer, mein zweiter Arbeitsplatz, der zum Schreiben, ist seit Monaten in den Garten verlegt. Die Bäume geben Schatten, wenn sie zu viel Schatten geben, gibt es auch sonnige Orte, ich wandere entsprechend, was ja in Anbetracht der heutigen Laptop-Schreibtechnik nicht wirklich kompliziert ist. Mit meiner alten Schreibmaschine unter dem  Arm hätte das auch funktioniert, aber so ist es bequemer.

Alles ist also bestens, nur ab und zu und gefühlt eigentlich fast immer, gibt es Konzentrationsschwierigkeiten, weil ein Rasenmäher brummt. Und es gibt viele Rasenmäher, unzählige Rasenmäher. „Mein“ Garten liegt inmitten von anderen Gärten  –  so ist das hier, die Mietshäuser stehen wie Wagenburgen und in der Mitte sind riesige Grünflächen, aufgeteilt in Gärten, die zu den jeweiligen Häusern gehören –  und irgendwer scheint eben immer den Rasen mähen zu müssen. Jetzt aber, ist es gerade still geworden, nun weiß ich nicht, soll ich mich in eine Konzentration erfordernde Arbeit stürzen, oder leert die den Rasenmäher bedienende Person nur gerade den Grasauffangkorb und sobald ich meine Gedanken über der Arbeit am aktuellen Manuskript sortiere, ist der Korb geleert und es geht wieder los?

Ich werde zuerst einen neuen Kaffee kochen, das bietet sich immer an, als Pausenüberbrückung, als konzentrationsfördernde Maßnahme, um die Gedanken vom Übergang von der einen zur anderen Arbeit zu strukturieren und – wer hätte es nicht erraten – zur Suchtbefriedigung. Und dann sehen wir mal weiter….