Kutscherblog

dies und das – bunt gemixt


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Women’s March am Tag 1 nach Trumps Amtseinführung

Women’s March am Tag 1 nach Beginn der Präsidentschaft von Donald Trump – so viele Menschen waren auf den Straßen:

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Tag der rosa Mützen

Washington DC 500,000
LA 500,000 +
NYC 300,000 +
Chicago 250,000
Denver 200,000
Seattle 150,000
Boston 125,000
Madison Wi 100,000
Portland 100,000
St Paul 100,000
Atlanta 60,000
Austin 50,000
Philadelphia 50,000
Raleigh 18,000
Des Moines 26,000
Pittsburgh 25,000
San Diego 22,000
Nashville 20,000
Houston 20,000
Santa Ana 20,000
Montpelier VT 20,000 (pop 7,700 many I 89 exits shut down)
St Petersburg 17,000
Tucson 15,000
Cleveland 15,000
Oklahoma City 12,000 +
Helena MT 10,000
Kansas City,MO 10,000
Charlotte 10,000
Ithaca 10,000
Greensboro 8,000
Asheville 10,000
Albuquerque 10,000
Tallahassee 10,000+
West Palm Beach 7,000
Little Rock 7,000
Orlando 6,000
Trenton 5,000
Eureka CA 5,000
Athens Ga 4500
Wichita KS 3,000
Sioux Falls SD 3000 +
Springfield, MO 2,000+
Doylestown, PA 2,000.
Hillsborough (my town!) 2000
Harrisburg PA 1,100
Columbia, MO 1,000
Jonesborough TN 1000+
Saskatoon 800-1000 (pop 260k)
Palmer AK 800
Amarillo, TX – 675
Murray KY 700
Black Mt NC 400
Morganton NC 500
Houghton / Hancock Michigan: 300+
So viele Menschen auf den Straßen, die gegen Trump als Präsidenten der USA protestieren. So viele Menschen, die sich über alle Unterschiede hinweg gemeinsam auf den Weg gemacht haben. Keine Zwistigkeiten zwischen den verschiedenen Minderheiten, nein alle gemeinsam auf einem guten Weg. Eine große Hoffnung in einer erschreckenden Zeit.

 

Aber dann kommt sie wieder, die Frage, die alles kleinmachen will:

kurze zwischenfrage: warum sind all die women’s march protestierenden denn nicht auf die straße gegangen, BEVOR trump das atombombenköfferchen bekommen hat?(Facebook)

Warum kommt immer diese Frage, wenn jemand etwas tut, warum er/sie das nicht früher oder zu einem andern Thema getan hat? Es ist gut, dass sie das jetzt tun. Auch wir müssen uns fragen, warum wir gegen dies und das nicht dann und wann schon unterwegs waren, sondern „nur“ zu anderen Zeiten, zu spät oder gegen die „falschen“ Dinge. Warum wir es haben so weit kommen lassen, dass Flüchtlinge zu Tausenden ertrinken, dass sie in Griechenland und Ungarn (er)frieren, dass die AfD so groß geworden ist, uswusw.

Hätte, hätte hat noch nie geholfen.

Jetzt sind sie da, jetzt sind sie auf der Straße – und das ist einfach wunderbar.

Schließen wir uns an auf diesem Weg!

 


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Merkel fordert geschlossene Außengrenzen

Ende der Merkelschen Märchenstunde: Offene Grenzen heißt Schließung der Außengrenzen

Brüssel/Luxemburg (dpa) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht eine bessere Sicherung der EU-Außengrenzen als Voraussetzung für eine «fairere Verteilung» von Flüchtlingen in Europa. Die Weichen dafür müssten beim kommenden EU-Gipfel Anfang Februar in der maltesischen Hauptstadt Valletta gestellt werden, sagte sie am Donnerstag in Luxemburg nach einem Treffen mit dem luxemburgischen Regierungschef Xavier Bettel.
Die Freizügigkeit innerhalb des Schengen-Raumes stehe auf dem Spiel. «Und das bedeutet, dass wir lernen müssen, unsere Außengrenzen so zu schützen, dass nicht Schlepper und Schmuggler das Sagen haben, sondern dass Absprachen zwischen Staaten zu einer vernünftigen Grenzkontrolle führen.»

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Ach wie gut, dass niemand weiß …

Die Frau, der so viele Menschen hoch angerechnet haben, dass sie angeblich für offene Grenzen in Deutschland gesorgt hat, wird nun endlich so deutlich, dass es langsam niemand mehr missverstehen kann:

Offene Grenzen in Deutschland, im Schengenraum, bedeutet: Dichte Außengrenzen rund um Europa!

„… dass wir lernen müssen, unsere Außengrenzen so zu schützen, dass nicht Schlepper und Schmuggler das Sagen haben …“  sagt Frau Merkel in der Vorbereitung des EU-Gipfels auf Malt im Februar/März diesen Jahres.

Was für eine menschenverachtende verlogene Aussage, angesichts der Tatsache, dass den meisten Geflüchteten gar keine Möglichkeit bleibt, sich ohne die Unterstützung von „Schleppern und Schmugglern“ auf den Weg zu machen, um Sicherheit vor Krieg und Verfolgung zu finden. Wer kann Deutschland denn mit einem regulären Visum und auf Wegen erreichen, die ohne Gefahr ganz individuell zu begehen sind? Selbstverständlich entwickelt sich daraus auch Geschäftemacherei, selbstverständlich werden Flüchtlinge auch von kriminellen Geschäftemachern abgezockt, gibt es unmenschliche Reisebedingungen, werden sie auf übelste Art und Weise ausgenutzt.

Aber wer trägt denn daran die Schuld? Wer verursacht denn solche Geschäftemacherei? Das sind doch genau diejenigen, die andere Wege zur Flucht, andere Wege zur Migration, andere Wege zur Einreise in ein Land, in dem Schutz und Asyl erhofft werden, unmöglich machen. Das sind genau diese Merkels, und de Maizières und Seehofers und wie sie alle heißen.

P.S.:  Es ist nicht das erste Mal, dass Menschen mit Hilfe von Schleppern und Schmugglern nach Deutschland kommen. Nur kamen sie früher von Ost- nach Westdeutschland und man nannte die Helfer nicht Schlepper, sondern Fluchthelfer.

 

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„Racial Profiling ist verboten, deshalb war das kein Racial Profiling“

„Racial Profiling ist verboten, deshalb war das kein Racial Profiling“, so Oliver Huth, stellvertretender Landesvorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter in NRW, heute Vormittag im WDR. Logisch. Klauen ist ja auch verboten, wenn ich also irgendwo was mitnehme, ohne zu bezahlen, so habe ich auch nicht geklaut. Bisher hatte ich den Zusammenhang zwischen Verboten und Tun und Lassen  irgendwie anders verstanden, aber wenn er das sagt, wird es wohl so sein.finissons

Aber das sind zu vernachlässigende Stilblüten, die das Thema Silvester 2016/17 in Köln mit sich bringt. Ebenso wie die Aussage eben dieses Herrn, dass man in den Zügen homogene Gruppen ohne Frauen beobachtet und dann herausgeholt hat. (Homogen ist in diesem Fall das, was ein weißer deutscher Polizist unter einem Nordafrikaner versteht). Und zwar u. a. dann, wenn die Mitglieder dieser homogenen Gruppen ohne Frauen laut gelacht haben. Lautes Lachen in Zügen auf dem Weg zur Silvesterparty ist augenscheinlichen Nordafrikanern nicht erlaubt. Auch logisch. Wenn sie schon zu einer Silvesterparty fahren, dann doch bitte still und leise und in sich gekehrt, wie sich das gehört.

Der Sinn dieser ganzen Aktion, die da von der Kölner Polizei durchgeführt wurde, erschließt sich mir nicht wirklich. Um Sicherheit und Schutz vor Taschendieben, Antatschversuchen, sexuellen Übergriffen usw. zu bieten, erwarte ich bei einer solchen Veranstaltung, dass Präsenz gezeigt wird und zwar von Schutzmännern und Schutzfrauen. Dass sie vor Ort sind, ansprechbar sind, die Augen offen halten und eingreifen, wenn nötig, und Hilfe leisten, wenn diese erforderlich wird.

Aber was geboten wurde waren bedrohliche Gestalten im Kampfanzug, die Menschen nach dem Augenschein in gut und böse sortierten und einkesselten. Wundert sich heute wirklich noch jemand darüber, dass aus Angst Aggression entsteht? Vielleicht sogar bei Menschen aus Nordafrika, die ihre eigenen Erfahrungen mit Uniformierten mitbringen, noch mehr als bei Einheimischen?

Was geboten wurde war das Sortieren nach den Kriterien eines Racial Profiling in diejenigen, die feiern durften und diejenigen, die man weiterschickte. Aber wenn sie doch zu böse, zu aggressiv waren oder auch nur zu laut lachten, um mitfeiern zu dürfen, warum mutete man sie dann anderen Orten zu, außerhalb der Kölner Feierzone? Waren sie für andere Gegenden besser verträglich?

Das alles zeigt einen undurchdachten Aktivismus. Man musste etwas tun, aber was nur? Den starken Mann markieren, den Schein wahren, alles im Griff zu haben, das macht Eindruck. Aber macht es auch Sinn?

Alles hätte so schön sein können, wenn wir Schutzleute hätten, statt Polizeitruppen. Dann hätten alle zusammen gefeiert und man müsste nun nicht wieder unschöne Diskussionen führen und sich diese seltsamen pseudo-logischen Erklärungen anhören, die unser gesamtes Rechtssystem ad absurdum führen: Racial Profiling ist verboten, also ist das Aussortieren von – die eingesetzten Beamten – nordafrikanisch anmutenden Männern kein Racial Profiling. Weil nicht sein kann was nicht sein darf sind wir nicht rassistisch, weil nicht sein kann was nicht sein darf hat alles seine Ordnung und eine Entschuldigung für die öffentliche Verwendung der internen Bezeichnung Nafri für nordafrikanische Intensivtäter genügt, um die Welt wieder ins Lot zu bringen.

 

Man stelle sich vor, jemand würde alle Menschen, die nach Augenschein deutsch sind, unter den Begriff Nazi fassen und aus Europa werfen … aber nein, darum geht es hier ja nicht, das lässt sich ja nicht vergleichen.


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„Halt di raus, no kommsch in nix nai“

Viele Jahre meines Lebens habe ich im Schwabenland verbracht. Als im Allgäu geborener und aufgewachsener Mensch eigentlich ein Fauxpas, ähnlich dem, wenn Kölner*innen nach Düsseldorf ziehen oder umgekehrt. Aber wie das Leben so spielt … auch auf diesem Spielfeld kann man nicht immer political correct agieren.

Dort im schwäbischen Umfeld ist mir dieser Satz „Halt di raus, no kommsch in nix nai“, immer wieder begegnet und lange Zeit hielt ich das für einen Ausdruck schwäbischer Mentalität.

Mittlerweile lebe ich nicht mehr in dieser Region und auch nicht im Allgäu, habe mehr von Deutschland, ein wenig von der Welt und noch viel mehr von der virtuellen Welt kennengelernt, und immer häufiger stolpere ich über diese Haltung, die anderswo nicht so direkt ausgedrückt wird, sondern ganz zurückhaltend als „Neutralität“ bezeichnet wird.

Oder, scheinbar positiv formuliert: „Ich will allen Seiten gerecht werden“.

Allen Seiten gerecht werden – ist das überhaupt möglich oder ist das lediglich eine Umschreibung davon, kein Standing zu haben, kein Rückgrat zu beweisen?

Wenn allen Seiten gerecht werden heißt, alle Seiten zu befragen, anzuhören, zu beobachten, dann kann das ein guter und richtiger Ansatz sein. Wenn dies aber erst gar nicht stattfindet, oder wenn die Folge davon nicht ist, sich zu positionieren, sondern sich raus zu halten, keine eigene Meinung zu entwickeln und falls man doch eine hat, sie nicht zu äußern, um nur ja niemandem zu nahe zu treten (und/oder sich selbst nicht angreifbar zu machen), dann bedeutete allen Seiten gerecht werden nichts anderes, als stillschweigendes Dulden von Ungerechtigkeit und Unrecht.

Ohne die eigene Positionierung, ohne Rückgrat zu haben und zu zeigen, bedeutet allen gerecht werden, das genaue Gegenteil des formulierten Anspruchs. Nämlich durch vorgebliche Neutralität genau die zu unterstützen, die das Falsche sagen und tun und eben jenen nicht gerecht zu werden, die darunter leiden.

Das ist in der Politik so, im Privatleben, in der Bürogemeinschaft, im Verein und in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Wer andere im Regen stehen lässt, weil er/sie sich zu fein ist oder weil der Mut dazu fehlt, einen eigenen Standpunkt zu haben und diesen auch nach außen zu vertreten, wenn es darauf ankommt, ist nicht neutral, sondern ein Mitläufer.

Vielleicht sind die Schwaben da ja einfach nur ein wenig ehrlicher?

 

 


Ein Kommentar

Wir sind doch alle Autoren – aber brauner Müll bleibt eben braun

Streit in einer Facebook-Gruppe, in der sich Autor*innen und Verlage treffen können, sollen, dürfen … , um sich zu vernetzen und evtl. „ins Geschäft“ zu kommen.

Die Nerven scheinen blank zu liegen, warum eigentlich?

Ein Buch wird von einer Autorin vorgestellt, in dem sie meint, die Ereignisse der „Silvesternacht in Köln“ zu einem Krimi verarbeiten zu müssen. Es bleibt selbstverständlich jeder Autorin und jedem Autor unbenommen, sich irgendein Ereignis, das ihn interessiert, das er oder sie für wichtig befindet, als Grundlage und Stoff für sein Werk zu nehmen.

Erkennt man jedoch schon beim ersten Blick ins Buch, beim ersten Lesen der Leseprobe bei einem großen online-Händler, wo dieses Buch – ohne Verlag, aber auf der Suche – bisher veröffentlich wurde, dass es sich um die übliche Hetze gegen Nordafrikaner handelt, dass mit Klischees und Verallgemeinerungen gearbeitet wird, um ins Horn der AfD-Anhänger*innen oder noch schlimmer zu blasen, dann muss das benannt werden dürfen. Auch wenn dabei harte Worte fallen.

Dabei erfährt man aber auch anhand eines ausführlichen Täterprofils, warum die Asylanten aus den frauenverachtenden Ländern aufgrund ihrer Identität und Basisprägung in der Silvesternacht letztendlich so handeln mußten.

Eine beruflich aufwärtsstrebende selbstbewusste Karrierefrau … gerät … in die Fänge von Asylanten,

Diese beiden Sätze aus der Vorstellung des Buches müssten eigentlich genügen, um denkenden Menschen klar zu machen, dass es sich hier um das übliche rassistische Geflüchteten-Bashing handelt.

Und das als Müll oder braunes Gedankengut zu bezeichnen, ist mehr als angebracht.

Wenn sich die Gruppenadmins dagegen verwehren und sich auf „sachlichen Umgang“ berufen, Unhöflichkeiten gegen die Autorin beanstanden „denn wir sind doch alle Autoren“, „es geht mir nicht um den Text, ich weill beiden Seiten gerecht werden“ dann zeugt das von politischem Unverstand oder vielleicht auch von bewusstem Wegsehen.

Aber: Wegsehen, Leben und leben lassen, Schreiben und Schreiben lassen muss gerade im Gebiet der Bücherwelt seine Grenzen haben.

„Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ – und das beginnt auch dort, wo es sich „nur“ um einen Kriminalroman handelt.


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Burkini für alle

Badespaß für alle

Badespaß für alle

Der Spießrutenlauf im Kopf beginnt schon lange, bevor man die Blicke auf der nackten Haut spüren kann, lange bevor man Kichern und Tuscheln zu hören glaubt und selbstverständlich auf sich bezieht. Der Spießrutenlauf im Kopf hält vermutlich so manche Frau (mittlerweile wohl auch so manchen Mann, hier schreitet die „Gleichberechtigung“ mit großen Schritten voran), die nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, davon ab, das Freibad oder den dicht besetzten Badestrand zu besuchen.

Wir sind gezwungen, uns fast nackt in die Öffentlichkeit zu begeben, wenn wir schwimmen wollen, auch wenn wir uns damit vielleicht so ganz und gar nicht wohl fühlen. Wir sind gezwungen – ja warum eigentlich? Weil es sich so gehört, weil man das so macht, weil es schon immer so war, jedenfalls, so lange wir selbst denken können. Wir bewegen uns fast nackt und unsicher zwischen vielen Menschen, die anscheinend dieses Problem nicht haben und die uns von oben bis unten taxieren. (So glauben wir jedenfalls, denn so wird es uns nicht nur durch die Werbung unentwegt glauben gemacht). Die die vorbeiflanierenden oder auch vorbeihuschenden Körper begutachten: Der Bauch ist aber sehr schwabbelig und die Oberschenkel viel zu dick. Sieht man da nicht bereits die ersten Anzeichen von Zellulitis? Der Busen – naja, den kann man so durchgehen lassen, aber um Himmels Willen, sie hat die Beine nicht rasiert. Und unter den Achseln sehen büschelweise Haare hervor – igitt, wie eklig!

Wer sich nicht anpassen mag, wer nicht spätestens im März damit beginnt, die sommerliche Bikini-Figur herbeizuhungern, muss das aushalten. Und wenn nicht, eben zu Hause bleiben.

Da ist doch der Burkini (am besten Unisex) die optimale Lösung. Endlich haben wir etwas gefunden, was uns frei macht, schwimmen gehen zu können, ohne unsere unperfekten Körperlichkeiten zur Schau stellen zu müssen. Der Burkini für alle, die nicht genügend Selbstbewusstsein haben, ihre Nacktheit begutachten zu lassen, das wär’s!

– wenn da nicht die anderen Blicke wären: Oh, die arme unterdrückte Frau, Sklavin ihres Mannes. Und der Bauchansatz? Das ist doch bestimmt ein Sprengstoffgürtel!