Kutscherblog

dies und das – bunt gemixt


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Gendern ist was für Ältere

Sie sitzt mir gegenüber und erzählt: „Da war eine ältere Frau, die hat sehr gegendert.“ Aha, denke ich, sie hat gegendert, und ich weiß nicht, was das bedeutet. Ich kenne Gender, aber gegendert? Ich bin auch älter, vielleicht liegt es ja daran, dass mir dieses Wort bislang nicht begegnete.
Sie erzählt weiter: „Diese ältere Frau vertrat die Ansicht, dass Lesben in den homosexuellen Netzwerken und Verbänden nicht vorkommen. Dass es immer vor allem um Schwule geht. Wir jungen Frauen“, so fuhr sie fort, „wir brauchen das aber nicht mehr, dass Lesben – oder in heterosexuellen Bezügen Frauen – immer extra erwähnt werden. Denn wir sind damit aufgewachsen, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Man muss Lesben und Frauen nicht mehr dauernd erwähnen.“
Was für eine Logik, denke ich. Aber vielleicht hängt auch das mit dem Ältersein zusammen, dass ich diese Logik nicht verstehe, dass mir dieser Satz sogar das genaue Gegenteil der eigentlichen Aussage aufdrängen will?

Aber im Ernst, ich würde zu gerne einmal herausfinden, ob „Gendern“ wirklich eine Frage des Älterwerdens ist oder nicht vielleicht doch eher des unterschiedlichen politischen Bewusstseins.

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Nennen wir sie Eugenie

nennen wir sie eugenie Cover 1„Nennen wir sie Eugenie“ ist eine Geschichte über die verbotene Liebe zweier Frauen im Senegal und was daraus folgt.

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich oder direkt beim Verlag
http://verlag-shop.com/Nennen-wir-sie-eugenie

 

Die Idee zum Buch:

Bei der Recherche für einen Artikel über lesbische Flüchtlinge im deutschsprachigen Raum stieß ich auf die Geschichte von Eugenie.
Eine junge Frau aus dem Senegal hatte Asyl in der Schweiz gesucht, weil sie wegen der Liebe zu einer Frau und der drohenden Zwangsverheiratung mit einem Mann ihre Heimat verlassen musste. Eine Mitarbeiterin der Schweizer Sektion von amnesty international erzählte mir in anonymisierter Form, was sie vom Schicksal der jungen Senegalesin wusste, einem Schicksal unter vielen: „Nennen wir sie Eugenie“, so begann ihr Bericht.
Auf der realen Grundlage dieses Schicksals beruht die hier entwickelte Handlung, die Einzelheiten allerdings sind erfunden oder anderen Lebensgeschichten entnommen, sie könnten so geschehen sein, aber auch ganz anders.

Die Geschichte

Die junge Eugenie, die kurz vor Beginn ihres Studiums steht, muss den Senegal verlassen, weil ihre Liebe zu einer anderen Frau entdeckt wird. Eugenie flieht nach Deutschland, wo sie Schutz und Hilfe erhofft und um Asyl bittet. Das übliche Asylverfahren beginnt und sie muss alles über sich ergehen lassen, ohne wirklich zu verstehen, was die Behörden in diesem ihr so fremden Land mit ihr vorhaben.
Eugenie erlebt den Alltag in der Flüchtlingsunterkunft, einer heruntergekommenen ehemaligen Kaserne, bestimmt von Perspektivlosigkeit, Langeweile und der dauernden Angst vor der Abschiebung zurück in ihre Heimat, wo sie Gefängnis und die Morddrohungen ehemaliger Freunde erwarten. Eugenie trifft andere Geflüchtete, die alle ihre eigenen Schicksale mitbringen. Und sie trifft Jeff, eine deutsche Aktivistin, die sie unterstützt und in der sie eine Freundin findet. Gemeinsam versuchen sie alles, um Eugenies Abschiebung zu verhindern.


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Cannes 2013: „La vie d’Adèle“ – Sex sells

La vie d’Adèle, ein dreistündiger Liebesfilm über die Beziehung zweier Frauen erhielt die Goldene Palme in Cannes. Zunächst einmal bin ich, wie alle „gewöhnlichen“ Menschen auf Berichte angewiesen, um mir ein Bild zu machen. Noch gab es den Film nicht öffentlich zu sehen und vermutlich wird er noch längere Zeit ausschließlich in französischer Sprache verfügbar sein, was mir trotz einigermaßen umgangs-sprachlicher Kenntnisse weitere Steine in den Weg legt, um diesen Film wirklich beurteilen zu können. Also bin ich zunächst einmal auf journalistische Berichterstattung angewiesen und die titelt allerorten, von der regionalen Tageszeitung bis hin zum Lesbenmagazin L-mag: „Goldene Palme für lesbischen Sex“.

Das irritiert mich nicht nur, nein es macht mich nahezu wütend. „Goldene Palme für lesbischen Sex“ – ja ich weiß, sex sells und Kino ist nun mal Geschäft und Marketing und mit einer solchen Beschreibung werden mit Sicherheit einige Menschen mehr diesen Film ansehen und dafür bezahlen, als wenn da stünde „Goldene Palme für lesbischen Liebesfilm“.

Aber brauchen wir das? Vor allem brauchen wir es, dass auch in eigenen Kreisen mit solchen Schlagzeilen geworben wird? Und geht es denn wirklich in erster Linie um lesbischen Sex in diesem Film, wie uns dieser Titel glauben macht, glauben machen soll? Das kann ich nun nicht beurteilen, da ich ja ein „gewöhnlicher“ Mensch mit dazu hin nicht ausreichenden Französischkenntnissen bin. Wäre es wirklich so, dann fände ich es schade, auch wenn damit so mancher (und ich meine wirklich ganz geschlechtsspezifisch mancher mit R) ins Kino kommen wird, der das sonst wohl nicht täte.

Müssen wir die Akzeptanz unserer Lebensweise mit gutem Sex, an dem wir die Welt teilhaben lassen, erkaufen? Und das in Zeiten, wo in dem Land, in dem Cannes angeblich lesbischen Sex feiert, die Menschen gegen unsere Lebensweise zu Hunderttausenden auf die Straße gehen? Nicht gegen unseren Sex, nein, den würden und werden sich mit Sicherheit viele von ihnen gerne auf der Leinwand ansehen, nein, gegen unsere Art zu Leben, füreinander da zu sein, miteinander Familie  leben zu wollen wie alle anderen auch.

Gegen die lesbische Liebe und das lesbische Leben gehen Menschen auf die Straße und die Goldene Palme gibt es für lesbischen Sex – ist das ein zwar schräges, aber gut gemeintes politisches Statement oder eben doch nur Marketing?


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One Billion Rising 2014

ONE BILLION RISING

–       für eine Welt ohne Gewalt

In der Welt in der wir leben, herrscht auch im 21. Jahrhundert noch immer das Recht des Stärkeren.Über alle Kontinente hinweg gilt, dass die vermeintlich Schwächeren Unterdrückung und Gewalt durch vermeintlich Stärkere ausgesetzt sind.

Schwäche ist hier aber nicht in erster Linie als körperliches Merkmal zu sehen, Schwäche bedeutet in diesem Sinne auch und vor allem, gesellschaftlich eine weniger wichtige und machtvolle Position zu besitzen, als andere. Ökonomisch, wissensmäßig, psychisch und auf vielen anderen Ebenen abhängig zu sein oder zumindest in dieser Rolle verortet zu werden.

Ganz unten in der Hackordnung sind auch heute noch Frauen und Mädchen, noch weiter unten Frauen und Mädchen die nicht allein wegen ihres Geschlechtes als minderwertig angesehen werden, sondern außerdem noch weitere Kriterien aufweisen, die nicht ins gewünschte Bild passen. Dazu gehört die sexuelle Orientierung, die falsche Religion und in unserer europäischen Umgebung das Nicht-Weiß-Sein, bzw. der sogenannte Migrationshintergrund.

Auch wenn das eigentliche Ziel eine Welt ohne Gewalt sein muss, so setzen wir mit der aktuellen Kampagne ONE BILLION RISING bei der Gewalt gegen die ganz unten, gegen Frauen und Mädchen an.

Jede dritte Frau weltweitgerechnet (one billion – eine Milliarde), wird im Lauf ihres Lebens vergewaltigt, sexuell genötigt, oder geschlagen. Psychische Gewalt und der alltägliche Sexismus sind hier noch gar nicht mitgerechnet.

In Deutschland trifft es jede vierte Frau, es gibt keinen Grund, sich in erster Linie über Länder wie Indien zu empören. Selbstverständlich sind wir solidarisch mit den Frauen in aller Welt, aber wir müssen den Finger auch und zuerst in unsere eigene Wunde legen und die Probleme in Europa und in Deutschland deutlich benennen. Nur dann können wir auch eine glaubwürdige Solidarität mit den Frauen in anderen Ländern zum Ausdruck bringen.

Wir können alle voneinander lernen und wenn wir unsere individuellen Stärken vereinigen, nicht mehr nur vor der fremden Haustür kehren, sondern auch vor der eigenen und zugleich bereit sind, unsere Besen zu tauschen, die alle anders sind, von denen aber keiner besser oder schlechter kehrt, dann werden wir gemeinsam unser Ziel erreichen.

Unser Ziel einer Welt ohne Gewalt und als ersten Schritt dorthin, einer Welt, in der Frauen nicht mehr unablässig im Bewusstsein der Gefahr alltäglicher Übergriffe leben müssen. Einer Welt, in der Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht mehr „Norm“ ist, nicht mehr als Kavaliersdelikt gehandelt wird und in der auch die Basis dieser Gewalt, die sich in Sexismus, oft gepaart mit Rassismus und Ableismus, in kleinen Gesten, wie in großen Übergriffen, in leisen Tönen, wie in lautem Geschrei äußert, nicht mehr geduldet wird.

Um dieses Ziel zu erreichen, stehen wir gemeinsam auf, hier und heute, immer dann, wenn es notwendig ist und wenn wir uns stark genug dazu fühlen.

Und gemeinsam feiern und demonstrieren wir unsere Stärke erneut in einem großen weltweiten RISING am 14. Februar 2014, am Valentinstag, der für uns nicht mehr als Tag der geschenktenBlumen, sondern als Tag unserer erkämpften Rechte gilt.

 

www.onebillionrising2014.de

https://www.facebook.com/OneBillionRising2014


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Für einen neuen, stürmischen Weltfrauentag!

Jedes Jahr am Morgen des 8. März verteilt die freigestellte Betriebsrätin, eine frauenbewegte Lesbe, Rosen an die Frauen im Betrieb und selbst  politisch bewusste Männer gratulieren gut meinend den Frauen in ihrer Bekanntschaft zum Frauentag.

Was ist da geschehen? Wie konnte der einstige „Internationale Frauenkampftag“ eine solche Inflation erleben?

Wie vom 1. Mai, der inzwischen zum gemütliches Beisammensitzen mit Essen und Trinken und dazu ein paar  politischen Reden verkommen ist, so ist vom 8. März kaum mehr etwas übriggeblieben. Aber welcher Gewerkschafter, welche Gewerkschafterin würde sich unwidersprochen von der Unternehmensleitung zum 1. Mai beglückwünschen lassen?

Aber wir lassen uns nicht mit einem leisen Feiertag abspeisen, wir sind laut, wir sind stark und wir beginnen etwas Neues:

One Billion Rising – Weltweiter Aufstand der Frauen am 14. Februar  

 



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Frauen „auf dem Bock“

Der folgende Artikel war  zur Veröffentlichung in einer Frauenzeitschrift gedacht. Leider war er zu „faktenlastig“. Gewünscht war eine Reportage mit vielen Fotos zum „Abenteuer Landstraße“.  Nur sieht das Abenteuer in der Realität eben sehr faktenlastig aus.

Falls dennoch jemand Fotos zum täglichen Abenteuer hat und berichten möchte, so lässt sich da sicher auch was machen.

 

„Es gibt mehr Frauen als Männer auf der Welt“. Mit bestechender Logik erklärte sich der fünfjährige Victor seine Beobachtungen im Straßenverkehr, die da waren „…dass fast immer Männer LKW fahren und fast nie Frauen“.

Logisch ist diese Erklärung in der Tat, aber bei näherem Hinsehen wohl kaum die wirklichkeitsgetreue Erklärung des Phänomens.

 

Der Güterverkehr auf der Straße ist in den letzten Jahren extrem angewachsen und steigt weiterhin. Die Infrastruktur der Bahn kann derzeit mit dem Verkehrsnetz Straße nicht mithalten, Transporte müssen immer schneller, möglichst zeitgleich erfolgen (just in time), womit kleinere Betriebe die Kosten für die sonst notwendige Lagerhaltung, etwa von Ersatzteilen, einsparen. Dazu kommt, dass heute alles überall vermarktet wird, so dass, nur ein Beispiel unter vielen, Milch aus Bayern nach Hamburg und Milch aus Schleswig Holstein nach München transportiert wird. Nicht zuletzt ein wichtiger Faktor für die Transportmengen auf den Straßen sind die billigen Löhne in anderen Ländern, die nicht einmal durch die Transportkosten eingeholt werden. So werden Nordseekrabben nach Algerien gebracht, um dort für Billiglöhne bearbeitet zu werden, und dann zurück in den Supermarkt an der Nordsee gefahren.

Man muss dieser Entwicklung aus ökologischen und verkehrstechnischen Gründen kritisch gegenüberstehen, Fakt ist aber, dass der Beruf des Berufskraftfahrers/der Berufskraftfahrerin in den nächsten Jahren krisenfest bleiben wird und Nachwuchskräfte dringend gefragt sein werden.

Immer noch ist aber die eingangs erwähnte Beobachtung Realität, dass am Steuer von Lkws nur selten Frauen angetroffen werden. Laut einer Erhebung des Kraftfahrtbundesamtes lag der Anteil der weiblichen Fahrerkartenbesitzer (!) am 1. Januar 2012 bei 2,3 Prozent. (LKW-Fahrer_innen über 3,5 Tonnen müssen im Besitz einer Fahrerkarte für das digitale Kontrollgerät sein, das u.a. zur Kontrolle der Einhaltung der vorgeschriebenen Pausen und Lenkzeiten dient.)

Dennoch gibt es sie, die „Kapitäninnen der Landstraße“ und sie haben, wie eine Befragung ergab, wesentlich weniger mit Vorurteilen und Benachteiligungen zu kämpfen, als vielleicht viele annehmen.

So erzählt die 55jährige Carola S.:

„14 Jahre war ich im Nahverkehr unterwegs. Eher zufällig dort gelandet entpuppte sich das Leben im Fahrerhaus als mein persönlicher Traumjob.

Die firmeninterne Bewerbung in den Fahrdienst stieß zunächst auf Skepsis und auf das nicht wirklich schlagkräftige Argument: „Aber wir haben doch gar keine Toiletten für Frauen.“

Dennoch landete ich nach beharrlichem Bestehen auf meinem Wunsch nach Versetzung auf einer Warteliste und es dauerte nicht lange, bis die Personalnot den Umstand fehlender Toiletten unwichtig werden ließ, fehlten sie doch auch nur speziell für Fahrerinnen, aber nicht grundsätzlich für Mitarbeiterinnen. Und worin besteht der anatomische Unterschied zwischen LKW-kompatiblen Frauen und anderen?

Also ging es endlich „auf den Bock“, zwar zunächst nur mit 7,5 Tonnen unter der Sitzfläche, mangels geeigneter Fahrerlaubnis für größere Fahrzeuge, aber die ließ nicht lange auf sich warten.

Meine insgeheim vorhandenen Ängste vor den männlichen Kollegen entpuppten sich als unnötig, irgendwie schienen sie mich nicht wirklich als Frau wahrzunehmen. Fahrer war eben Fahrer und Erfahrungen mit Frauen im Fahrerhaus gab es bisher keine. Mehr Aufsehen erregte ich anfangs bei der Kundschaft. „Wie, heute kommt eine Frau?“ „Als Frau können Sie so ein großes Auto fahren?“ – mich erstaunte, dass diese Reaktionen kaum von Männern, dagegen häufig von Frauen kamen. Was hatten sie für ein Selbstbild, dass sie sich darüber wunderten? Was glaubten sie, mit welchen Körperteilen man/Mann einen LKW lenken musste?“

Möglicherweise hängt dieses Phänomen, das Carola S. hier beschreibt, damit zusammen, dass auch in modernen heterosexuellen Paarbeziehungen meist der Mann am Steuer sitzt. Die Frau ist als Fahrerin nur gefragt, wenn es darum geht, die Kinder zum Fußball oder in den Ballettunterricht zu bringen, oder den Herrn des Hauses zu chauffieren, wenn dieser getrunken hat.

Was immer wieder zu beobachten ist: Ein PKW fährt zu Schichtbeginn direkt vor den Eingang zum Arbeitsplatz. Der Mann sitzt am Steuer, die Frau daneben. Der PKW hält an, beide steigen aus, der Mann geht arbeiten, die Frau setzt sich ans Steuer und fährt weg. Bei Schichtende das gegenteilige Spiel: Der PKW fährt vor, die Frau sitzt am Steuer. Der Mann kommt aus dem Betrieb, die Frau steigt aus und um auf den Beifahrersitz, der Mann setzt sich hinters Steuer und los geht’s. Die daraus entstehende mangelnde Übung, verbunden mit entsprechenden abwertenden Kommentaren des Mannes, bringt vermutlich noch immer viele Frauen dazu, das Vorurteil, Frauen könnten nicht Auto fahren, geschweige denn LKW, als wahr zu verinnerlichen.

Im öffentlichen Bewusstsein ist ein LKW auch heute noch oft als primäres männliches Geschlechtsorgan verankert. So gibt es immer wieder die gleichen Erlebnisse: „He junger Mann, willst Du einen Kaffee?“ schallt es aus der Tankstelle, wenn die Fahrerin, egal welchen Alters, aus ihrem Truck steigt. Oder sie wird bei Ladetätigkeiten von Kunden nach längerer Beobachtung gefragt: „Sind Sie nun ein Mann oder eine Frau?“

 

Irina M.: „Als ich bei einem Unfall auf der Autobahn dem Verunfallten sozusagen Händchen hielt, weil er kurz vor einem Schock stand, und außer mir und meinem LKW niemand sonst zu sehen war, war die erste Frage des eintreffenden Polizeibeamten: „Wo ist der Fahrer des LKW?“

 Claudia S. erzählt weiter:

Einige Jahre später sollte ich firmenintern den Standort wechseln, dringend wurde jemand gesucht, der dort eine Vertretung übernahm. Hier waren vor mir bereits drei Frauen gefahren und auch wieder abgesprungen, alle drei wohl nicht die kollegialsten Zeitgenossinnen und deshalb unbeliebt. Die männliche Erkenntnis allerdings war: Frauen als Fahrerinnen gehen gar nicht und „es kommt uns nichts mehr auf den Hof, was nicht im Stehen an einen LKW-Reifen pinkeln kann.“

 Im Unterschied dazu wird, wenn sich unter zahlreichen männlichen Fahrern ein paar Kollegen unbeliebt machen, dies lediglich personenbezogen bewertet. Allerdings springen auch die festgefahrensten Betonköpfe über ihren Schatten, wenn es gar nicht mehr anders geht: Herrscht Not am Mann, dann müssen die Frauen aus der Bredouille helfen.

 

Im Großen und Ganzen haben die befragten Fahrerinnen alle ähnliche Erfahrungen gemacht. Sie sehen kaum einen Unterschied bezüglich der Geschlechter im Berufsleben:

 

  • Der Einstieg in den Beruf eines Kraftfahrers oder einer Kraftfahrerin erfolgt entweder über eine Ausbildung als Berufskraftfahrer_in, bisher wählte nur ein geringer Anteil der LKW-Fahrer_innen diesen Weg, das ändert sich nun durch die neuen gesetzlichen Bestimmungen, die ab 2014 zwingend eine Ausbildung bzw. eine nachträgliche Qualifikation für alle gewerblichen Kraftfahrer_innen vorschreiben (Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz vom 14.8.2006), oder, bislang der gängige Weg, über den Quereinstieg. Irgendwann wurde der LKW-Führerschein erworben und aufgrund der Suche nach einem Arbeitsplatz Jahre später genutzt. Hier waren die Männer im Vorteil, weil früher der Führerschein bei der Bundeswehr kostenfrei erworben und nach Abschluss der Wehrpflicht auf die zivile Fahrerlaubnis umgeschrieben werden konnte. Dadurch bestand ein großes Potential an Männern, die auf den LKW-Führerschein zurückgriffen, wenn sich die Gelegenheit bot oder sie dringend eine Arbeitsstelle benötigten. Frauen erwarben den LKW-Führerschein meist nur, wenn der Vater eine Spedition besaß, in die sie möglicherweise einmal einsteigen sollten. Männer wie Frauen kamen auch oft durch Zufall auf den Geschmack am Fahren, indem sie bei Gelegenheitsjobs LKW bis 7,5 Tonnen fuhren (was mit dem vor 2001 erworbenen PKW-Führerschein Klasse 3 erlaubt war) und dann den LKW-Führerschein für große Fahrzeuge nachträglich erwarben, um im Betrieb bessere Möglichkeiten zu haben.
  • Im Berufsleben fühlen sich die meisten der befragten Fahrerinnen unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit akzeptiert. Allerdings gibt es Erfahrungen mit anfänglicher Skepsis der Kollegen, die aber im Lauf der Zusammenarbeit gewöhnlich verschwindet und durch gute Zusammenarbeit bis hin zu kollegialen Freundschaften ersetzt wird. Kund_innen allerdings äußern nach wie vor häufig Erstaunen über die Frau im LKW.
  • Männer werden oft als freundlicher und hilfsbereiter empfunden, als sie dies ihren Geschlechtsgenossen gegenüber sind. (Dies kann allerdings auch zu Unmut bei männlichen Kollegen führen, die plötzlich allein das Fahrzeug entladen müssen, weil alle anderen einer zierlichen, blonden, langhaarigen Fahrerin zu Hilfe eilen. Auch weniger feminine Frauen erleben hier hin und wieder Unterschiede.)
  • Auch die allgemeinen berufsbedingten Probleme werden ähnlich erlebt: Zu lange Arbeitszeiten und Schichtbetrieb rund um die Uhr machen Beziehungen aller Art schwierig.

Fernfahrerinnen fanden sich nicht für Interviews, alle befragten Frauen fahren im Nahverkehr. Beziehungen insgesamt, vor allem aber Liebesbeziehungen werden durch den Fernverkehr sehr erschwert. Wenn ein Partner oder eine Partnerin die ganze Woche auf Achse ist, manchmal auch mehrere Wochen am Stück, so bringt dies oft große Probleme für das kurzfristige Zusammenleben am Wochenende mit sich. Frauen im Fernverkehr sind deshalb häufig (häufig ist in Anbetracht der Anzahl an Fahrerinnen allgemein und an Fahrerinnen im Fernverkehr im Besonderen relativ zu sehen) mit einem Fernfahrer oder einer Fernfahrerin liiert, so dass beide die Woche über unterwegs sind und die Beziehung als Wochenendbeziehung entsprechend einer Fernbeziehung gelebt wird.

Im Gegensatz zu Frauen am Steuer eines LKW treten Frauen, die Personenbusse lenken, wesentlich häufiger in Erscheinung. Dies hat wohl zum einen den Hintergrund, dass körperlich weniger stabile Frauen vor den Ladetätigkeiten bei der Arbeit für Speditionen zurückscheuen und die reine Fahrtätigkeit bevorzugen. (Durch die mittlerweile wesentlich strengeren Kontrollen der Pauseneinhaltung von Fahrern und Fahrerinnen ist deren Arbeitszeit heute allerdings kostbarer und die Be- und Entladetätigkeiten sind infolgedessen weniger geworden).

Zum anderen werden Frauen in Bezug auf die Ausbildung als Busfahrerinnen laut Aussage eines Mitarbeiters der Agentur für Arbeit besonders gefördert. Da der Beruf des Berufskraftfahrers/der Berufskraftfahrerin EU-weit mittlerweile zum Ausbildungsberuf aufgestiegen ist und Fahrpersonal an allen Ecken und Enden fehlt, ist zu erwarten, dass sich die Förderung ausweiten und auch im Speditionsgewerbe der Anteil an fahrenden Frauen im Lauf der nächsten Jahre vergrößern wird.

 

Als LKW-Fahrerin hatte ich keine Probleme mit meinen männlichen Kollegen, ich war besser als die meisten meiner männlichen Kollegen und sie hatten Respekt vor mir…Körperlich war es schwer, aber ich sage immer „die Kraft ist nicht das Wichtigste“, wenn man was im Kopf hat, kann man es auch gut einsetzen…und Spaß hat es auch gemacht…und es haben viele große Augen gemacht, wenn sie mich am Steuer gesehen haben“.

(Madleine, 34 Jahre alt, 45 kg, 156 cm groß, „bin ziemlich klein und zierlich“.)


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Nennen wir sie Eugenie – unsichtbare Lesben im Exil

veröffentlich in der Graswurzelrevolution Nr. 370/Juni 2012

http://www.graswurzel.net/

Eugenie kommt aus dem Senegal. Sie lebte dort in einer heimlichen Beziehung mit einer Frau in guter sozialer und finanzieller Situation: Die beiden Frauen treffen sich heimlich, da Homosexualität im Senegal unter Strafe steht und es deshalb unmöglich ist, eine lesbische Beziehung offen zu leben.

Eugenies Familie, die davon nichts weiß, arrangiert eine Ehe für Eugenie und als diese sich weigert, werden Liebesbriefe und SMS gefunden und ihre Brüder finden heraus, dass sie eine Frau liebt. Eugenie, die trotz Schlägen nicht sagt, wer ihre Partnerin ist, wird daraufhin von ihrer Familie verstoßen und es wird ihr von Familie und Freunden gedroht, sie umzubringen, da es für eine Muslima verboten sei, eine lesbische Beziehung einzugehen und es wird ihr geraten, das Land zu verlassen, da sie eine Schande für die Familie sei. Eugenie, die eine Anzeige fürchten muss, das hätte fünf Jahre Gefängnis bedeuten können oder eine hohe Geldbuße, und weiterhin per SMS von Freunden bedroht und beschimpft wird, kennt keine anderen Lesben und Schwulen, kann sich somit auch nirgendwo Hilfe und Unterstützung holen, und weiß, auch wenn sie an einen anderen Ort im Senegal übersiedelt, wo sie niemand kennt, muss sie ihre Homosexualität immer heimlich leben und es besteht immer die Gefahr, dass sie entdeckt wird und Übergriffe und Strafdrohungen von Neuem beginnen.

Eugenie beschließt, das Land zu verlassen. Sie versteckt sich bei ihrer Partnerin, besorgt sich über eine Schlepperorganisation einen falschen Pass und fliegt nach Europa. Sie reist illegal auf dem Landweg in die Schweiz ein, da sie kein Visum erhalten hat.

In der Schweiz beantragt Eugenie Asyl. Da sie nicht weiß, wie die Schweiz zur Homosexualität steht, erzählt sie ihre Geschichte zwar wahrheitsgemäß, aber nur in groben Zügen. Als Fluchtgrund gibt sie Morddrohungen wegen ihrer lesbischen Beziehung und die drohende Zwangsverheiratung mit einem älteren Mann an.

Wer wie Eugenie einen falschen Pass besitzt, dessen Asylantrag wird in der Schweiz automatisch abgelehnt. Nur wenn der Zwang zur Flucht glaubhaft gemacht werden kann, kann dennoch ein Verfahren eröffnet werden.

Die Schweizer Behörden glauben Eugenie aber nicht, dass ihre Brüder zwar herausgefunden hatten, dass sie eine Beziehung zu einer Frau hatte, deren Namen aber nicht in Erfahrung bringen konnten, und sie beurteilen ihre Aussagen als stereotyp, unsubstantiiert und realitätsfremd.

Ein Senegalese hilft ihr, Beschwerde gegen die Nichtbearbeitung (Nichteintreten) ihres Asylantrags zu stellen, diese wird jedoch abgelehnt.

Eugenie lebt heute als Sans-Papiers in der Schweiz, besitzt also keinerlei Rechte und keinen Aufenthaltsstatus. Da sie von den Behörden jederzeit inhaftiert oder ausgeschafft (abgeschoben) werden könnte, ist sie nun untergetaucht.

Die Geschichte von Eugenie war die einzige, die während der Recherche zu einem Artikel über in deutschsprachige Länder geflüchtete Lesben erzählt wurde. Nach großem anfänglichem Interesse kam nichts mehr und der betroffene Personenkreis blieb weiterhin unsichtbar.

Schwule Flüchtlinge tauchen nur selten im Asylverfahren und ebenso selten in der homosexuellen Community auf. Lesbische Flüchtlinge bleiben bis auf wenige Ausnahmen gänzlich unsichtbar.

Dies hat unter anderem den Grund, dass in vielen Ländern, in denen männliche Homosexualität unter Strafe steht, weibliche Homosexualität gar nicht zu existieren scheint (dies war auch in Deutschland der Fall, solange es den §175 noch gab). Lesbische Beziehungen werden hier anders, aber nicht unbedingt weniger schlimm sanktioniert. Lesbische Frauen werden oft von der Familie verstoßen, was in Ländern, wo Frauen kaum eine unabhängige Existenzmöglichkeit haben, fatal ist, oder in Zwangsehen abgeschoben und von einem Ehemann misshandelt, geschlagen, vergewaltigt, zwangsgeschwängert, und mit Tod oder Kinderentzug bedroht. Oder sie werden auf Grund ihres Lesbischseins wegen anderer, vorgeschobener Delikte, denunziert.

Dennoch gibt es sie:

–          Lesben, die nach Europa fliehen, weil sie offiziell wegen ihrer Homosexualität verfolgt werden

–          Lesben, die in ihrer Heimat kein unabhängiges Leben leben können, aber nicht bereit sind, sich einer erzwungenen oder überlebensnotwendigen Ehe zu unterwerfen und deshalb in Europa Schutz und Unabhängigkeit suchen

–          Lesben, die nicht fliehen weil sie Frauen lieben, sondern aus politischen oder anderen Gründen, die sich nicht von denen heterosexueller Frauen unterscheiden

Nur die ersteren, die ihre Homosexualität als Fluchtgrund angeben, werden gezwungenermaßen wenigstens vorübergehend während des Asylverfahrens sichtbar. Und sie erleben in den meisten Fällen Unglauben, werden häufig nicht ernst genommen, ihre Aussage bleibt oft (emotional bedingt) ungenau und erscheint dadurch unglaubwürdig und letztendlich werden sie deshalb als Asylsuchende abgewiesen.

Oft erscheint den Behörden und Gerichten der Fluchtgrund nicht wichtig genug, könnten sie doch in einer anderen Stadt ihr Lesbischsein heimlich leben (überlegt sich eineR dieser Beamten, wie es wäre, wenn er/sie eine heimliche Beziehung leben müsste?).

Auch muss die Strafe doch immerhin ein paar Jahre Gefängnis oder die Todesstrafe sein, um ausschlaggebend für einen Aufenthaltstitel zu werden. Außerstaatliche Bedrohung durch die Familie oder andere Personen zählen so gut wie gar nicht als Asylgrund.

Und bis Ende 2011 wurde in den meisten Fällen ein Gutachten gefordert, das die „irreversible Homosexualität“ der Asylsuchenden bestätigte. Abgesehen davon, dass sich sexuelle Orientierungen ändern können, fielen dadurch bisexuelle Menschen oder Lesben, die schon früher eine Ehe eingegangen waren/eingehen mussten, völlig heraus. Allerdings ist laut der Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage durch die LINKE dieses Gutachten in Deutschland mittlerweile hinfällig.

Die meisten Lesben aber bleiben unsichtbar, sind sie doch nach ihrer Erfahrung im Heimatland vorsichtig geworden, wissen nicht, was sie in Europa erwartet.

Wichtiger als der Kontakt zu anderen Lesben ist verständlicherweise zunächst der Kontakt zu Landsleuten im Exil. Sprache und Herkunft verbindet in der Fremde mehr, als sexuelle Orientierung. Aber auch in diesen Communities müssen sie sich als Lesben verstecken und bleiben so auch hier unsichtbar.

Es verwundert nicht, dass nach all diesen Unsicherheiten, Schwierigkeiten, Verletzungen und Demütigungen durch Familie und Freund_innen zuhause, durch Behörden und Gesellschaft im Herkunfts- und erneut im Zufluchtsland, kaum eine Frau sich erinnern und ihre Geschichte erzählen will, wenn sie es dann doch geschafft hat.

Bettys Geschichte (nennen wir sie Betty) habe ich selbst miterlebt:

Sie kam aus Westafrika. Eines Tages tauchte sie in meiner Stadt auf und fragte nach Unterstützung im Asylverfahren. Sie war aufgewachsen in einem engen anglikanischen Protestantismus, durchsetzt mit Resten traditionellen Hexenglaubens.

Mit 16 Jahren auf dem Schulhof vergewaltigt, lebte sie mit ihrer Tochter bei der Großmutter. Mit Anfang 20 verliebte sie sich in eine Frau im naheliegenden Nachbarland. Sie wurde wiedergeliebt und es entwickelte sich eine Beziehung, die nicht im Verborgenen blieb. Betty wurde in ihrer Familie als (lesbische) Hexe gefürchtet und verstoßen, von der örtlichen Polizei wurde sie wiederholt für mehrere Wochen inhaftiert. Bevor es zu einem Gerichtsverfahren kam verließ Betty das Land und floh, da die Verhältnisse im Heimatland ihrer Partnerin noch homophober waren, nach Deutschland. Hier fand sie Kontakt zu deutschen Lesben, die sie zunächst mit offenen Armen aufnahmen und unterstützten.

Betty musste in einer heruntergekommenen Sammelunterkunft bleiben, sie vertrug das deutsche Essen nicht, erhielt aber nur Sachleistungen und kein Geld, um sich zu kaufen, was ihr gut getan hätte. Die Aussichten des Asylverfahrens waren wenig hoffnungsvoll, da sie keine Beweise für ein im Herkunftsland drohendes Strafverfahren hatte und das eingeforderte Gutachten über ihre irreversible Homosexualität (auch in Hinblick darauf, dass sie bereits eine Tochter hatte) nur schwer zu erbringen war. Betty ging es körperlich und psychisch bereits ziemlich schlecht, als sie die Nachricht erhielt, dass ihre Partnerin bei einem Autounfall tödlich verunglückt war. Sie suchte Trost im Alkohol und in der afrikanischen Community.

Als mich ihre Nachricht erreichte: „The full catastrophy – I am pregnant“, zweifelte ich zunächst an meinem Englisch.

Aber Betty hatte Glück, die verschwurbelten nationalistischen deutschen Gesetze halfen ihr.

Betty, die in ihrer Heimat nicht bleiben konnte, weil sie eine Frau liebte, Betty, die in Deutschland kaum eine Chance hatte, wegen ihrer sexuellen Orientierung Asyl zu bekommen, Betty war nun schwanger von einem afrikanischen Mann, dessen Fluchtgründe den deutschen Behörden einleuchtender erschienen waren als ihre und der mittlerweile sogar die deutsche Staatsbürgerschaft besaß.So konnte Betty in Deutschland bleiben, nicht als verfolgte Lesbe, nicht als Zuflucht suchende Frau, aber als Mutter eines deutschen Kindes. Der größte Teil ihrer lesbischen Unterstützerinnen allerdings ließ Betty umgehend fallen wie eine heiße Kartoffel.

Bis auf wenige und viel zu geringe Ausnahmen fehlen bislang tragfähige Strukturen, die homo- und bisexuellen oder Transgender (LGBT)-Flüchtlingen Halt und Hilfestellung nach ihrer Ankunft im Zufluchtsland und während des Asylverfahrens geben (in Deutschland gibt es gerade mal sechs bis sieben Gruppen von Queer-amnesty). Im Gegenteil müssen die Betroffenen auch bei den unterstützenden Freundeskreisen, die oft aus sehr bürgerlich-konservativen und kirchlichen Kreisen kommen, eine Ablehnung ihrer sexuellen Orientierung fürchten.

Wagen Sie sich in die gay-community, was schon allein aus finanziellen Gründen während des Asylverfahrens schwierig ist, so erfahren sie auch hier oft Ausgrenzung als Fremde oder eine besondere Be(ob)achtung als exotisches Beiwerk, ohne die Möglichkeit, Kontakte auf Augenhöhe zu bekommen.

Hieran muss dringend gearbeitet werden. Spezifische Hilfsangebote für LGBT-Flüchtlinge, angefangen vom persönlichen Kontakt über die Begleitung zu Behörden bis hin zur Hilfestellung im Asylverfahren sind ein weißer Fleck auf der Landkarte, den es zu füllen gilt.

http://queeramnesty.org/

http://orqoa.at/

Kontakt zum Aufbau von Unterstützungsangeboten von LGBTIQ-Flüchtlingen über http://www.facebook.com/profile.php?id=100003801584443